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Aus unserem Webshop: Kunstwerk der Woche #12: Thomas Riess, Docking

Aus unserem Webshop: Kunstwerk der Woche #12: Thomas Riess, Docking



Thomas Riess, Docking, Acryl auf Papier, 29x19cm, 2016

Dieses Kunstwerk finden Sie in unserem Webshop hier.

An der Schnittstelle zwischen Malerei, Grafik, Mixed Media und Video stellt Thomas Riess bewusst gewählte Auszüge aus der Woge von Alltagsreizen in einen veränderten Kontext. Indem er das Faktum mit der Fiktion paart, das Ereignis mit der Erinnerung, Absehbares mit Unabsehbaren oder mit bildlichen Metaphern sowie Raumanomalien spielt, beraubt er, sobald Vorgefundenes der Realität zu nahe, dies wieder seines Inhaltes und oft auch seiner Kenntlichkeit, um den Betrachter nicht in bereits tiefgetretene Pfade zu führen.

Riess ist ein hervorragender Zeichner, die grafischen Arbeiten wirken wie lockere, frei festgehaltene Gedankenblasen des Künstlers. Besonders in der Verbindung von Zeichnung und Malerei, Fotografie und Übermalung, Zeichnung und collagierte Fotografie spielt er mit Blick- und Bildkonventionen, mit Sein und Schein, mit dem Abbild und seiner Wahrnehmung.

Ein wesentlicher Teil des Schaffungsprozesses sind die Titel. Riess legt sie im Akt des Tuns, während des Arbeitens fest, wobei die Wort-Bildkombinationen so offen gehalten sind, dass ein freier Assoziationsprozess gewährleistet ist. Riess ist Sammler, ein Sammler von Bildern. Zahllose Abbildungen aus Zeitschriften und Prospekten, Zeitungen und alten Büchern finden sich in seinem Fundus. Sie sind Inspirationsquelle und Arbeitsmaterial für immer neue Zeichnungen, Malereien und Collagen, die seine ganz persönliche Sicht auf die Welt offenbaren. In einer künstlerischen Analyse bearbeitet und verändert Riess das vorgefundene Bildmaterial, um in einem selbstbestimmten Sehen „den Realitätsbezug in Frage zu stellen“, wie er selbst betont. – Günther Oberhollenzer

Alle grafischen Arbeiten versteht der Künstler als eigenständige Werke. Im Zeichnerisch-Grafischen findet die primäre, grundlegende Auseinandersetzung statt, wobei manche Motive und Ideen in den großen Malereien übernommen werden und dem unmittelbar Skizzenhaften eine geplante Zufälligkeit mit stärker ausformulierter Bildsprache weicht.(…)